Tantramassage

Eine Tantramassage ist eine Ganzkörpermassage, die mit kostbaren Ölen in einem sinnlichen und stimmungsvollen Ambiente gegeben wird. Der ganze Körper wird dabei berührt und durch eine besonders abgestimmte Massageform auf die abschließende Genitalmassage vorbereitet. Diese Kombination macht die Tantramassage zu einer einzigartigen und ausgewogenen Ganzkörpermassage mit umfassender Wirkung.

Was kennzeichnet Tantra und welche Auswirkungen verspricht eine Tantramassage?

Klassisches Tantra

In der Tantratradition des tibetischen Buddhismus gehören sexuelle Praktiken in einem bestimmten rituellen Zusammenhang als eine von vielen Techniken zur spirituellen Praxis eines Adepten dazu.

Im hinduistischen Tantra geht es vor allem um die Verehrung der göttlichen Mutter (die in jeder Frau wohnt) und in diesem Sinne gibt es mythologische Texte, die Tantras oder Agamas heißen. In diesen Texten ist die Philosophie der Schöpfung dargelegt, sie bezieht sich auf eine Schöpfungsenergie, die Kundalini, und deren energetische Stufen. Diese Stufen spiegeln sich auf allen Ebenen des Lebens. Im Körper des Menschen werden sie als Chakren (sanskrit: cakra = Rad) bezeichnet. Ein Chakra kennzeichnet ein bestimmtes Energiezentrum und spiegelt dessen Entwicklungsniveau auf körperlich-psychisch-spiritueller Ebene - den verschiedenen Lebensfunktionen des menschlichen Systems zugeordnet. Es gibt 7 Hauptchakra. Sie symbolisieren das Niveau angefangen auf der Ebene des Überlebenstriebes oder des Fortpflanzungsbedürfnisses über die Kommunikationsfähigkeit oder geistige Klarheit bis hin zur Erleuchtung.

Der Tantriker oder Tantrika (Tantra praktizierender Mensch) betrachtet die Sinneswelt als zum Leben dazugehörig und in Folge dessen auch für seine spirituelle Entwicklung von Nutzen. So nutzt er/sie alle Sinne, und ebenso die Sinnlichkeit und die sexuelle Kraft, um zur Vereinigung mit dem Göttlichen zu gelangen.

Der Tantrismus ist jedoch noch weit umfassender in seinen Praktiken und deren Ausübung und teilweise auch sehr widersprüchlich. Bezogen auf die Sexualität gehört diese einerseits für intensive und extreme Erfahrungen dazu, andererseits ist sie reduziert als Mittel zur Fortpflanzung oder aber einem Adepten gänzlich verboten, da er durch die Anhaftung daran keine Befreiung erlangen könne.

Die wenigsten tantrischen Richtungen beziehen die Sexualität in ihrem Konzept der vermeintlichen ganzheitlichen Weltsicht mit ein.

In der dem Daoismus entstammenden Traditionellen Chinesischen Medizin besteht das Leben aus 8 Säulen. Eine Säule davon ist die der Sexuellen Weisheit, das Tao der Sexualität. Die anderen sind: Philosophie, Revitalisierung (Körper- und Atemübungen), Ernährung, Heilkräuter, Heilkünste, praktische Lebenshilfe und Schicksalsgestaltung. Nach dieser Lehre entsteht Gesundheit dadurch, dass man sich gleichmäßig auf alle 8 Säulen stützt. Daraus ist leicht zu erkennen, dass sich Gesundheit einerseits nicht allein auf körperliches Funktionieren beschränkt und dass andererseits die daoistischen Gelehrten die weise Gestaltung der Sexualität als einen der 8 wichtigsten Bausteine für gesundes Leben erkannt hatten.


Ziele

Reduziert auf die Sanskritwurzel des Wortes Tantra, was soviel wie Wissen um die Ausdehnung, Gewebe, Zusammenhang bedeutet (tan = ausdehnen), geht es jedoch bei jeglicher Form und Praxis von Tantra um erweiternde, Begrenzungen und Zwänge auflösende Erfahrungen. Aber auch im Yoga geht es um ein Ausdehnen, wodurch der gesamte Kosmos und unser Verwoben-Sein darin erfasst werden kann. Alle Erfahrungen werden direkt und unmittelbar gemacht, im Alltag ebenso wie in einer Meditation und für einige Tantrarichtungen ebenso beim Sex.

Mit allen Sinnen leben, nichts ausgrenzen.

Tantramassagen, ebenso wie Yogapraxis unterstützen dabei, Wachheit und Bewusstheit zu erlangen und die Energiezentren (Chakra) zu beleben (erwecken), bzw. einen befreiten Energiefluss im gesamten System der Persönlichkeit zu erreichen. Dies ist nötig für eine gesunde, leistungsfähige und ausgeglichene Entwicklung mit Kreativität, natürlicher Freude am Sein und einem ständigen inneren Wachstum, das auch im Alter nicht aufhört.

Der Mensch ist ein vollkommenes Kunstwerk, das Leben ist dessen Ausdruck: unablässige Veränderung, Streben nach Glück, Selbstausdruck und Erfüllung sind die kosmischen Schwingungen, die sich durch uns formen wollen.

Zum Gesamtsystem der Persönlichkeit zählen für uns sowohl der materielle Körper (annamaya kosha = Nahrungshülle), wie auch der Energiekörper (pranamaya kosha = Lebenshülle), geistig-emotionaler Körper (manomaya koscha = geistig-emonionale Hülle), Intellekt (vijnanamaya kosha = intellektuelle Hülle) und spiritueller Körper (anandamaya kosha = Wonnehülle).

Durch eine gleichmäßige, andauernde Entwicklung all der Energiehüllen kann eine ungeheure Kraft, die Kundalini, entfacht werden und die Entwicklung der Persönlichkeit enorm beschleunigen.


Die Entstehung der sinnlichen Tantramassage

Vereint in unserer heutigen westlichen Tantrakultur sind eine Vielzahl an daoistischen Praktiken, die die Erweiterung der sexuellen Kraft zum Ziel haben, wie auch Rituale, schamanische Heilmethoden, Magie, Meditation und Lebenseinstellung aus der indischen, klassischen Tantraphilosophie. Hinzu kommen die verschiedensten esoterischen, psychotherapeutischen und glücklicherweise auch spirituellen Techniken aller couleur, die der Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit dienen. Oft jedoch, in vielen Seminaren und Angeboten, wird alle Praxis auf Sexualität, Erotik und Sinnlichkeit bezogen. Was ursprünglich lediglich nicht ausgegrenzt, sondern als Teil der Ganzheit betrachtet mit einbezogen wurde, scheint heute (zumindest in Deutschland) oft alleiniger Inhalt von Tantra zu sein.

Dennoch ist es wichtig für eine ganzheitliche Entwicklung und ein erfülltes Leben, auch die Erweiterung des sexuellen Erlebens nicht dem Zufall zu überlassen.

Im Zuge der sogenannten sexuellen Befreiung begann im Westen die Entwicklung der Tantramassage, um dem Ruf nach sexueller Kultur und Spiritualität gerecht zu werden. Viele verschiedene Tantrika entwickelten Massagen, die ganz unterschiedlichen Rhythmen oder Ansätzen folgen, im wesentlichsten Gesichtspunkt jedoch übereinstimmen: der Entfaltung des Eros, der liebenden, weitenden und heilenden Kraft in unserem Leben.

Im Allgemeinen ist die Tantramassage auch geeignet, dich dabei zu unterstützen, dich von inneren Zwängen, Leistungsdruck und Glaubenssätzen zu lösen. Dies wird über die Ebene der Entwicklung der Sexualität angeregt, bleibt jedoch nicht ausschließlich darauf bezogen, sondern erreicht alle Ebenen des Seins.

Philosophie der Tantramassage

Gesellschaftliche Moral und Erziehung wirken sich immer auch auf die Sexualität aus. Wir unterliegen diesen Auswirkungen so lange, bis wir beginnen, sie uns bewusst zu machen.

Während einer sinnlichen Tantramassage entsteht ein Raum, in welchem alte Erinnerungen geweckt werden, die wohl jeder Mensch in sich trägt und wonach wir alle, bewusst oder unbewusst, uns sehnen. Es sind Erinnerungen an die Ehrung unserer Gefühle, an das Verneigen vor den Geschlechtern, den Lustorganen. Es gab Zeiten auf diesem Planeten, da wir die Männlichkeit und die Weiblichkeit mit all ihren Besonderheiten als etwas Heiliges zu würdigen wussten. Die Sexualität ist ein Geschenk der Natur.

So, wie wir uns selbst und unseren Sexus achten, achten wir auch unsere Umwelt, unsere Mitmenschen, die Tiere und Pflanzen, das gesamte Leben auf der Erde und darüber hinaus… und unsere eigenen Gefühle.

Die sexuelle Kraft besitzt die höchste Intensität des uns im Allgemeinen zur Verfügung stehenden Energiepotentials. Sie kann in all ihrer Vielschichtigkeit genutzt werden. Es kann sich eine Wahrnehmungsfähigkeit entwickeln, die weit über das Alltagsbewusstsein hinaus geht und uns erkennen lässt, wie vollkommen und verwoben Sexualität und Spiritualität miteinander sind. Jede (sexuelle) Handlung schwingt weiter und wirkt auf das Wesen unserer eigenen Persönlichkeit und auf unsere Mitmenschen ebenso wie auf den gesamten Kosmos. (tan = ausweiten, verwoben sein)

Die beiden Prinzipien der Dualität, das Weibliche und das Männliche, werden in der uns umgebenden Welt erkannt.
Das Männliche, als tragendes Bewusstsein in allem, was IST, personifiziert im Gott Shiva wird im Mann verehrt:
Om Namah Shiva – Oh göttlicher Shiva, ich verehre deinen Namen, dein Wesen, deine dir eigene Kraft.

Das weibliche Prinzip, genannt Shakti, ist die Power, die Bewegung, die das Bewusstsein in eine Form fließen lässt, so dass es sich in unendlicher Vielfalt zu Individualität ausformt. Diese Kreativität und Extase sind verkörpert in der Göttin Shakti, die verehrt wird in der Frau:
Om Namah Shakti – ich verehre deinen Namen als Träger deiner göttlichen Kraft.


Wirkung der Tantramassage

Dem Menschen von heute mit seinem Bedürfnis nach Entspannung und Stressabbau werden Tantramassagen in vielerlei Hinsicht gerecht. Dies gilt sowohl für die sinnlichen Tantramassagen als auch für die schwungvollen Kalarimassagen, die auch Massagen aus einer traditionellen Tantra-Richtung sind: der Kalari-Tradition.
All diese Massagen wirken energetisch wie gute Yoga-Übungsstunden, sowohl harmonisierend auf die Gehirnhälften als auch gleichermaßen vitalisierend und entspannend. In der Tarambora Tantramassage sind sie miteinander verwoben.

Das Wesen einer sinnlichen Tantramassage ist jedoch geprägt durch die Kultivierung der Lust und die Entwicklung der Sinne. Durch eine gezielte Stimulation der Lustzonen des Körpers, nicht nur im Genitalbereich, wird unsere wundervolle und höchst kraftvolle sexuelle Energie zum Fließen gebracht. Bei der Genitalmassage (Yoni Massage = Heilmassage des weiblichen Genitals und Lingam Massage = Heilmassage des männlichen Genitals) wird dann konkret mit der fließenden sexuellen Energie gearbeitet.

In einem gut vorbereiteten und eingestimmten Körper kann sich diese fließende Lebensenergie ausdehnen (tan = ausdehnen) und so den gesamten Energiekörper des Menschen nähren. Der Hormonhaushalt und das endokrine System werden ausgeglichen, Organfunktionen angeregt, das Blut und somit auch die Haut gereinigt. Durch das Lösen von Blockierungen im Genitalbereich (siehe Genitalmassage) können gleichsam Blockaden auf allen anderen Ebenen erreicht werden, die die Ursachen für bestimmte oder unbestimmte Leiden sind.

Unser Energieniveau wird langfristig angehoben, so dass sich dadurch wiederum das Lustempfinden steigern wird. Intensives Lustempfinden, fachkundig gelenkt und durch passende Praktiken ergänzt führt zu einer selbstbestimmteren, harmonischeren Sexualkultur und damit auch Lebenskultur.

Menschen, die sich ihrer Gefühle bewusst sind und gelernt haben, sie zu lenken, strahlen natürliche Schönheit und Würde aus und ruhen in sich selbst.


weiterführende Links

... Tantramassage-Angebot
... Die Genital-Massage
... Die Yoni-Massage
... Die Lingammassage

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